Das Werk ist vollbracht!

Das grosse Saisonziel der 2. Mannschaft, der direkte Wiederaufstieg, wurde am 27. Februar 2016 mit dem Sieg in Schwarzenburg erreicht. Nur dieser eine Sieg hat eine super Saison zu einer perfekten Saison werden lassen!

Der Aufmarsch an Fans der 2. Mannschaft reichte vom Nachwuchs- bis hin zum Seniorenspieler. Der Car für die Fahrt an das Spiel war restlos ausgebucht und die Spieler ordentlich Nervös. Wie es in den Köpfen der Spieler vor und während dem Spiel aussah, kann nur beschreiben wer auch wirklich aktiv in diesem Team dabei war. Deshalb Merci an Hans Tschanz für seinen Bericht über das wohl wichtigste Eishockeyspiel für den EHC in dieser Saison.

Doch zuerst sei noch erwähnt, dass solche Spiele meist auch legendäre Geschichten neben dem Eis verursachen. So Beispielsweise das Schlittschuheisen, welches am Freitag im Abschlusstraining bricht und am Samstag von einem Teamkollegen zur Reparatur gebracht wird. Selbstverständlich klopfen alle Sprüche, ob denn die Schlittschuhe auch wirklich nach Schwarzenburg mitgekommen sind…

… natürlich liegen sie in Heimberg im Auto des Teamkollegen. Doch von Unglück weit gefehlt, irgendwie vergass er nicht nur die Schlittschuhe des Mitspielers sondern auch noch das Abschliessen des Autos. So konnten die Schlittschuhe durch einen Helden aus dem Drüü doch noch rechtzeitig nach Schwarzenburg gebracht werden.

Doch nun zum erwähnten Bericht über die Aufstiegsspiele von Hans Tschanz:

Das Werk ist vollbracht!!!

Es sind eben jene Tage, von denen jeder Amateur-Sportler träumt. Ein Tag, an dem sich alles um das leidenschaftlich betriebene Hobby dreht und der Arbeitsalltag komplett ausgeblendet werden kann. Ein Tag, an dem es um alles oder nichts geht. Die Gefühle, Gedanken, Erwartungen und Emotionen können niemandem vermittelt werden. Erst wenn man in diese Situation gerät und die Gefühle hautnah erleben kann weiss man, wie sich das anfühlt. Doch wie geht man damit um? Mit diesem Druck, welcher schiere Angstzustände auslöst und zahlreiche Fragen aufwirft? Hat man alles Mögliche unternommen, um am Tag X für die überaus herausfordernde Aufgabe bereit zu sein. War die Vorbereitung ausreichend? Ist man gut auf den Gegner eingestellt? Kann man die Nervosität unterdrücken? Gelingt es einem, nicht übermotiviert und damit negativ mit dem Druck umzugehen, sondern die Anspannung in positive Energie umzuwandeln? Unser Club kann sich im Gegensatz zum SCB keine Sportpsychologen leisten. Jeder Einzelne muss mit seinen Fragen selber umgehen können.

27. Februar 2016. Dieses Datum hatte man sich seit mindestens 2 Wochen dick in die Agenda eingetragen. Ob an diesem Tag die Gefühlslage mit himmelhoch jauchzend oder todunglücklich enden würde, wusste niemand.

War die Gruppe 8a vielleicht derart schwächer?

In die Aufstiegsspiele gestartet ist man denkbar unglücklich. Das Spiel gegen Grindelwald wurde innerhalb von rund 3 Minuten aus der Hand gegeben. Viel hatte man sich vorgenommen – vielleicht sogar zu viel? Die Equipe der 2. Mannschaft startete jedenfalls völlig verkrampft und lag nach 6 Minuten 53 Sekunden Spielzeit bereits mit 4:0 im Hintertreffen. War die Gruppe 8a vielleicht derart schwächer? Man hatte doch sämtliche 15 Spiele der Meisterschaft mit einer 3-Punkte-Ausbeute gewonnen! Würde man nun völlig auseinander brechen und 10 oder mehr Tore kassieren? Oder kann sich die Mannschaft wieder fangen und das Spiel sogar drehen? Diese und noch viel mehr Gedanken schossen zu diesem Zeitpunkt wohl einigen Spielern, dem Trainerstaff und den Anhängern durch die Köpfe. Die Antwort dazu lieferten die Cracks auf dem Eis. Kein einziges Tor mehr wurde Grindelwald zugestanden. Am Schluss des Spiels resultierte lediglich ein 2:4, was in Anbetracht des Spielbeginns sogar als positiv erachtet werden kann. Für die Wende reichte es leider nicht mehr. Zu amateurhaft, verkrampft, übermotiviert und dilettant startete man in diese Partie. Dennoch konnte der Schaden einigermassen in Grenzen gehalten werden. Obwohl man vermutete, dass die Tordifferenz wohl keine grosse Rolle spielen würde, war es doch für die Spieler Balsam auf die Wunden, dass der Sieg von Grindelwald nicht höher ausfiel. Das Selbstvertrauen und die positiven Erlebnisse blieben intakt und präsent.

Am Wochenende darauf gewann Grindelwald gegen den späteren Gegner von Oberlangenegg, Schwarzenburg II, womit die Ausgangslage klar war. Oberlangenegg muss bloss gewinnen um aufzusteigen, sei es nach 60 Minuten, nach Verlängerung oder nach Penaltyschiessen. Es war also dieses „alles-oder-nichts“-Spiel, auf das man gehofft hatte. Gehofft, aber sicher auch ein bisschen gefürchtet. Der Druck ist bei solchen Spielen enorm gross, ein Ausrutschen mag es nicht erleiden. Wie bereitet man sich darauf vor? Was muss man, kann man im Vorfeld noch tun? Diese und noch zahlreiche andere Fragen standen wieder im Vordergrund.

Der 45-plätzige Car für die Anfahrt mit den Spielern war auf Grund der zahlreichen Anhänger restlos ausgebucht.

Und dann der Tag X, der Samstag, 27.02.2016. Hier zeigte sich wieder einmal, was den Verein EHC Oberlangenegg ausmacht. Der 45-plätzige Car für die Anfahrt mit den Spielern war auf Grund der zahlreichen Anhänger restlos ausgebucht. Der 1964-er Club finanzierte die Carfahrt für die Spieler, aber nur sofern ein Sieg herausschauen würde. Das wurde den Spielern natürlich nicht kommuniziert, sie hatten bereits genügend Druck. Am Match selber wurde dann eine Zuschauerzahl von 155 notiert – davon sicher mehr als die Hälfte Anhänger des EHC Oberlangenegg. Unglaublich, dass so Viele den Weg nach Schwarzenburg unter die Räder genommen haben, um die 2. Mannschaft so gut wie möglich zu unterstützen. Ein solcher Zusammenhalt, wie er in unserem Verein immer wieder zu beobachten ist, ist nicht selbstverständlich. Da waren Familienmitglieder, Freunde und Freundinnen der Spieler auf dem Eis aber auch Spieler der 1. und 3. Mannschaft und der Senioren, sowie sonstige Anhänger emotionsgeladen dabei. Eine nicht zu unterschätzende Unterstützung in diesem „Spiel der Spiele“ für viele Akteure. Und wenn wir schon beim Thema sind:

Wie die Leser dieses Berichts sicher wissen, ist unser nächstes Ziel die Überdachung der Kunsteisbahn Oberlangenegg. Viele Schritte zur Erreichung dieses Ziels sind bereits getan, aber wir müssen dran bleiben. Kauft Aktien, verbreitet die Nachricht bei euren Familien, Freunden, Verwandten und Bekannten sowie Arbeitgebern und macht euch auf die Suche nach potentiellen Geldgebern. Wir werden das Ziel erreichen, aber erforderlich ist dazu ein aktives Handeln aller Vereinsmitglieder. Gemeinsam schaffen wir Grosses! Ein unglaubliches Gefühl, dereinst unter dem gedeckten Eisfeld in der Oberlangenegg spielen zu dürfen. Packen wir’s an! Die Erfüllung dieses Traums ist zum Greifen nahe und so kurz vor der Realisierung wie zum jetzigen Zeitpunkt waren wir noch nie! Weitere Information findet ihr auf der eigens dazu eingerichteten Internetseite www.3h44ag.ch

Da bleibt viel Zeit um Gedanken zu wälzen. Im positiven Sinne Gedanken, was man im Spiel machen will und wie man den Wiederaufstieg zelebrieren möchte oder im negativen, Zweifel ob man den Aufstieg überhaupt schaffen werde.

Zurück zum „Spiel der Spiele“ vom Samstag, 27.02.2016. Ein Samstag also, an welchem die meisten aktiven Spieler nicht arbeiten müssen. Da bleibt viel Zeit um Gedanken zu wälzen. Im positiven Sinne Gedanken, was man im Spiel machen will und wie man den Wiederaufstieg zelebrieren möchte oder im negativen, Zweifel ob man den Aufstieg überhaupt schaffen werde. Was man tun würde, wenn es nicht reiche und, und, und. Sicherlich spürten die Spieler und wohl auch zahlreiche Fans sowie vor allem die Trainer die ausserordentliche Nervosität, welche an dieser Stelle aber auch wichtig und richtig ist. Bereits vor dem Spiel wurden in der Garderobe Sprüche gemacht, wie schlimm es wäre, jetzt „nur“ als Trainer dabei zu sein. Ihre Einflussmöglichkeiten sind begrenzt. Die Spieler müssen es schlussendlich selber richten.

Nach der ersten Pause dann eine gewisse Erleichterung. Durch grosse Einsatz- und Leidensbereitschaft sowie Abgeklärtheit konnte ein 2-Tore-Vorsprung erarbeitet werden. Der Fahrplan stimmte!

In der zweiten Pause war man nur noch 1 Tor im Vorsprung, 2:3 der Zwischenstand, der Ausgang des Spiels völlig ungewiss. Schwarzenburg zeigte sich als unverwüstlicher Gegner, ihr Widerstand ungebrochen. Obwohl man sich darauf einstellte und darüber sprach, war der eine oder andere vielleicht trotzdem ob der Intensivität der Partie überrascht und davon, wie zäh der Match tatsächlich verlaufen würde. Immer öfters gelang es dem Gegner auch, aus seinem Drittel durch die Mitte loszustürmen und so gefährliche Konter zu lancieren. Das 2:3 für Oberlangenegg nach 2 Dritteln war keineswegs eine Vorentscheidung. Die Antwort zu Top oder Flop der Saison würden die letzten 20 Minuten liefern. In der Garderobe wurde noch einmal dafür appelliert, die Freude an unserem Sport – dem Eishockey spielen – zu zelebrieren und in den Vordergrund zu stellen. Die Mannschaft hatte sich in der vergangenen Saison stark zusammen geschweisst und wusste, zu was allem sie fähig ist. Die bisherige Saison liess durch einen 0-Punkte Verlust das Selbstvertrauen aller Spieler steigen. Es gab keine Unstimmigkeiten. Stärken und Schwächen des andern waren bekannt und wurden akzeptiert.

Die Antwort zu Top oder Flop der Saison würden die letzten 20 Minuten liefern.

Dann eben das alles entscheidende letzte Drittel. Chancen hüben wie drüben waren an der Tagesordnung. Als Zuschauer muss dieser Ablauf nervenaufreibend gewesen sein. Auch als Spieler handelte es sich um ein Wechselbad der Gefühle. Ständig kam es auf beiden Seiten zu gefährlichen Situation, welche in den allermeisten Fällen von den überaus souverän agierenden Torhütern entschärft wurden. Mit der zunehmenden Intensität haben auch die Strafen zugenommen. Wer diese Überzahlsituationen ausnutzen können würde, würde das Spiel wohl entscheiden. Da war Oberlangenegg sicher im Vorteil. Obwohl auch hier Strafen überbrückt werden mussten, war ihr Überzahlspiel solid. Durch den ständigen Vorsprung war es zudem auch nicht weiter tragisch, wenn eine Strafe einmal ungenutzt ablief. Bei eben einer solchen Strafe spitzte sich die Situation zu. Nachdem zuerst noch ohne Druck im eigenen Drittel Pässe verteilt wurde, ist plötzlich ein schneller Konter ausgelöst worden. Wie es in einem Wunsch-Drehbuch nicht besser geschrieben werden könnte, wurde damit bei 54:57 Spielzeit das 2:4 erzielt! Die Vorentscheidung? Trotz der Euphorie wurde der Fokus auf das eigentliche Ziel – den Sieg und damit Wiederaufstieg – beibehalten. Schwarzenburg tat, was es in dieser Phase praktisch tun musste. Der Goalie wurde durch einen 6. Feldspieler ersetzt. Und so kam es, wie es bei solchen Situationen meistens kommt. Bei einer halben Minute vor Ablauf der offiziellen Spielzeit erzielte der EHC Oberlangenegg II das 5:2. Der Rest ist Geschichte. Der Spielstand wurde über die Zeit geschaukelt und alle Spieler und Anhänger des EHC Oberlangenegg gerieten in einen veritablen Siegesrausch. Es wurde gefeiert, ohne an den nächsten Tag zu denken. Das grösste Ziel des Klubs im 2016 wurde erreicht, der Wiederaufstieg der 2. Mannschaft in die Drittliga geschafft. Besser hätte die Saison nicht verlaufen können. Auch die Niederlage gegen Grindelwald ist Nebensache. Im nächsten Jahr wird das Zwü wohl wieder 2 Möglichkeiten haben, sich mit Grindelwald zu messen und für die Niederlage Revanche zu nehmen.

Ein grosses Merci an Hans für den Verfassten Matchbericht und die Einblicke in die Garderobe der 2. Mannschaft während dieser alles Entscheidenden Phase der Meisterschaft.

Selbstverständlich gratulieren wir euch für diesen grossen Erfolg, welcher ihr euch mit harter und erlicher Arbeit verdient habt.