21 Feldspieler, 2 Torhüter, 2 Trainer. Die 2. Mannschaft war für das Trainingslager vom 24. – 28. September 2025 sehr gut aufgestellt. Damit konnte die Mannschaft in den Trainings optimal profitieren.
Gleich 4 langjährige Spieler der 1. Mannschaft werden das Zwöi in der kommenden Saison verstärken. Gemeinsam vereinen sie eine Erfahrung von über 50 Saisons in der 2. Liga. Wir haben im Team Fragen zusammengetragen, die sie wie nachfolgend beantworteten. Aus Datenschutzgründen haben wir Ihre Namen «unkenntlich», aber erratbar gemacht . Das sind: Wytrick Pattenbach (WP), Schüstoph Chrirch (SC), Obscha Saerli (OS), Mien Svschler (MS). Ihre Antworten in der Reihenfolge ihrer Rückmeldungen:
- Wie viele Saisons habt ihr in der 1. Mannschaft gespielt?
WP: Ich glaube 18 oder 19.
MS: 10.
OS: Kann ich so nicht sagen, da ich so oft vom I ins II und retour gewechselt habe. (Anm. der Redaktion: Laut Eliteprospects.com waren es seit den Playoffs 2006/07 und danach ca. 3 halben Saisons 2007/08 bis 2009/10 ab der Saison 2011/12 mindestens um die 8 halbwegs vollständigen Saisons in der 2. Liga.)
SC: 15.
- Was hat euch dazu bewogen, zum II in die 3. Liga zu wechseln?
WP: Weil beim EHCO von der 1. bis 3. Mannschaft jeder jeden kennt und «aues geili Sieche si», war für mich immer klar, dass ich innerhalb des Vereins in ein tiefer klassiertes Team wechsle anstatt aufzuhören.
MS: Familienzuwachs und der Wechsel ins Familiengeschäft.
OS: Weil man ja immer sagt, dass man auf dem Höhepunkt aufhören sollte. Und auch, weil ich im Beruf etwas freier sein wollte, wenn es um Auslandseinsätze geht.
SC: Dass ich etwas mehr Zeit für die Familie habe und um wieder die ehemaligen 1-Spieler zu treffen, die ebenfalls ins II wechselten.
- Auf was habt ihr euch nach dem Entscheid, der 2. Mannschaft beizutreten, gefreut?
WP: Auf das Zusammenspielen mit neuen aber auch bisherigen Teamkollegen.
MS: Darauf, die schlichte Freude am Eishockey wieder in den Vordergrund zu stellen.
OS: Natürlich darauf, die Junioren etwas zu «plagen» und da es im II mehr von denen gibt, ist es noch schöner. Nein, einfach um weiterhin Spass am Hockey zu haben. Und das auch noch mit Kollegen, die man schon lange kennt und denen es genauso geht. Aber trotz all’ dem wollen wir auch etwas erreichen in dieser Saison.
SC: Dass etwas mehr Zeit für die Familie bleibt, das Hockey aber dennoch seinen Platz hat und dies auch noch in lockererer Atmosphäre.
- Welche Ziele habt ihr mit dieser Mannschaft für diese Saison?
WP: Spass haben; versuchen, den Junioren mit der gesammelten Erfahrung zu helfen um noch besser zu werden; Playoffs erreichen; letztes Spiel der Saison gewinnen.
MS: Playoffs erreichen und eine Top-3-Platzierung sichern.
OS: Tabellenmässig möchte ich, dass wir am Ende der Saison unter den ersten 3 platziert sind. In Bezug auf die Mannschaft selbst: dafür sorgen, dass der Niveauunterschied zwischen I und II nicht zu gross wird. So dass es für die Jungen leichter möglich ist, den Schritt in die 1. Mannschaft zu schaffen, wie es damals bei mir als junger Spieler war.
SC: Ein Platz in den ersten 4, damit die Playoffs erreicht werden.
- Haben sich eure persönlichen Ziele nach dem Teamwechsel verändert?
WP: Die persönlichen Ziele haben sich nicht gross geändert. Wenn ich auf dem Eis stehe, will ich mein Bestes geben und gewinnen.
MS: Die Freude am Spiel steht für mich an erster Stelle.
OS: Ich nehme mir nun die Freiheit raus, mal eine Woche fehlen zu dürfen, ohne riesige Konsequenzen tragen zu müssen. Zwecks Ausbildung der Jungen werde ich nun tatsächlich das Steuerspiel anwenden müssen, um es dem Junior in der Linie zu lernen. (Anm. der Redaktion: Vorsichtig ausgedrückt mag OS das Steuerspiel nicht besonders. Ein aggressives Forechecking zieht er diesem jedenfalls vor…)
SC: Es geht nun mehr darum, die körperliche Fitness zu erhalten, die Kollegschaften zu pflegen und natürlich um die Freude am Eishockey.
- Welche Rituale hattet ihr vor dem Spiel und werdet ihr diese beibehalten?
WP: Da gibt es während des ganzen Tagesablaufs vor dem Spiel viele. Beginnend schon am Morgen beim Aufstehen, beim Essen, beim Einlaufen, beim Anziehen der Ausrüstung… diese werde ich sicher beibehalten, sonst fühle ich mich am Spiel nicht wohl.
MS: Kaffee vor und während dem Spiel – das werde ich beibehalten.
OS: Vor dem Match: Essen im Hot Shot. Vor dem Einlaufen in der Garderobe hüpfen, um die Gelenke etwas in Schwung zu bringen. Fünf Minuten vor dem Match kurz in mich gehen und einige Spielsituationen im Kopf durchgehen und mir vorzustellen, wie ich dann zu reagieren habe.
SC: Ja, ich werde die Rituale beibehalten. Zum Beispiel die Einnahme von Carmol-Tropfen, nach 2 Runden two-touch (Einlaufspiel) Spurts absolvieren, in der Garderobe noch einmal sammeln.
- Wo sind die grössten Unterschiede zwischen 1 und 2?
WP: Es ist weniger Erfolgsdruck vorhanden.
MS: Weniger Termine und das Training ist stärker auf Spielspass ausgelegt.
OS: Geschwindigkeit: Auf dem Eis muss in der 2. Liga jede Entscheidung viel schneller getroffen werden, da der Gegner dir weniger Zeit gibt. Im II steht Spass sowie die Freude am Sport und dessen Ausübung mit den Kollegen etwas mehr im Vordergrund gegenüber dem Ehrgeiz und dem Anspruch im I, sich immer verbessern zu müssen. Aber der wohl grösste Unterschied ist der Wechsel der Spieler in den Linien: die Absenzen sind häufiger als im I und somit trainiert und spielt man immer wieder mit anderen Spielern zusammen, wodurch man sich immer wieder neu auf die anderen einstellen muss.
SC: Bei der Präzision der Pässe, beim Tempo der Spieler und dadurch der Schnelligkeit des Spiels, bei der mentalen Einstellung und beim Biss, der im I grösser sein muss.
- Wo hat euch die 2. Mannschaft im Trainingslager (oder im Sommertraining) überrascht?
WP: Sehr schön war, wie wir im Team alle super aufgenommen wurden. Im Sommertraining war ich überrascht, wie lange die «Nachbesprechungen» der Trainings jeweils dauerten… Und im Trainingslager, dass am Morgen trotz des frühen Trainings nie jemand zu spät kam und auf dem Eis Vollgas gab…
MS: Abwechslungsreiches Sommertraining mit viel Spielspass.
OS: Da ich ja die Spieler bereits kannte und wusste, was in etwa auf mich zukommt, hat mich nicht mehr viel überrascht.
SC: Dass der ganze Trainings- und Spielbetrieb auch sehr gut funktioniert. Auch dass es einen guten Zusammenhalt gibt, obwohl das II eine Stufe tiefer spielt.
- Wo seht ihr Stärken in diesem Team?
WP: Wir haben einen breiten Kader und ein gutes Niveau über alle Linien. Und einen guten Team-Kitt, welcher uns sicher helfen wird.
MS: Erfahrung und defensive Stabilität.
OS: Im Wachsen; wir werden neu zusammenwachsen als Team, wir werden mit unserer Spielart und dem System wachsen und somit sind die Aussichten auf Erfolg sehr gut.
SC: Die Vielfältigkeit mit den unterschiedlichen Spielertypten, mit denen ein vom Gegner schwer zu lesendes Team geformt werden kann.
- Welche Fähigkeiten könnt ihr einbringen, um das Team stärker zu machen?
WP: Teamgeist, Erfahrung, Disziplin.
MS: Noch mehr mentale Stärke einbringen.
OS: Ich bin wohl eher fürs Gemütliche in der Garderobe eine gute Stütze und sehe dort meine grössten Fähigkeiten.
SC: Blueliner (lacht. Das sind die mit den harten Schüssen von der blauen Linie). Nein, es gibt nicht viel hervorzuheben. Wichtig sind mir aber ein guter 1. Pass, defensive Stabilität und zwischendurch auch mal ein Rush nach vorne.
- Was unternehmt ihr, um das höhere Niveau zu halten anstatt dem 3. Liga-Niveau anzupassen?
WP: Ich bin 3.-Liga-Niveau, sonst würde ich noch in der 2. Liga spielen…
MS: Weiterhin an mir arbeiten, mich verbessern und entwickeln.
OS: Da wir schon einige Spieler aus dem I sind – einige haben den Wechsel ja schon früher gemacht – können wir einander auch in den Trainings fordern und so für ein gutes Niveau sorgen.
SC: Momentan nichts, da ich mit «schöppelen» und Windeln wechseln beschäftigt bin. Schlussendlich ist jedoch das Halten des Niveaus eine mentale Frage.
- Weshalb gelang es euch nicht, im 1. Testspiel den Unterschied zu machen?
WP: Nebst dem, dass mein linker Flügel (OS) «no nid so het mögä», war auch ich 3 Drittel lang erfolglos auf der Suche nach meiner Form. Und SC hatte wohl noch Mühe, mit seinen neu erworbenen Gitterstäben den Durchblick zu finden. MS sah dagegen das Desaster von uns 4 wohl kommen und nahm sich ein paar Tage frei, um einen zukünftigen Nachwuchsspieler auf dieser Welt zu begrüssen.
MS: Ich war leider nicht beim Spiel dabei.
OS: Weil das Spiel viel verrückter ist. Keiner lässt sich mehr gleich lesen, einige Spieler machen Sachen, die man nie erwarten würde. Da wird es dann auch etwas schwieriger, das zu spielen, was man gelernt hat. Mir machen vor allem die Eiszeiten Mühe, da es mit 3 statt 4 Linien extrem mehr Einsätze gibt, was mir als alten Sack doch noch Leistungsdefizite aufzeigte und daran muss man sich erst noch gewöhnen.
SC: Es war noch ein Antasten gegen einen guten Gegner in einer neuen Situation.
- Warum sollte man sich in der kommenden Saison ein Spiel der 2. Mannschaft anschauen?
WP: Weil wir Ladina im Tor haben. Und weil wir «huere Früüd» am Besuch hätten.
MS: Coole Truppe, die Spass am Spiel hat – das macht Freude zuzuschauen.
OS: Weil wir mit Freude spielen und man das auch sieht. Und dann können wir gemeinsam Freude haben.
SC: Weil wir «geili Sieche» sind!
Wir bedanken uns bestens für die Antworten und heissen die Neuzugänge herzlich willkommen. Wir sind uns jedoch auch bewusst, dass sie nicht die Matches für uns im Alleingang entscheiden können. Es braucht nach wie vor alle und am liebsten noch mit konstant guten Leistungen. Zudem haben viele andere Teams auch aufgerüstet. Und mit dem Zusammenschluss von Thun und Lerchenfeld zu Thun-Lerchenfeld II sowie der Bödeli-Hockeyclubs zum HC Beo Yetis II oder auch dem Aufstieg des SV Röthenbach gibt so viele Veränderungen wie schon lange nicht mehr. Es steht eine interessante Saison mit viel Ungewissheit bevor. Wir sind gespannt, wie sich dies in den Spielen auswirken wird.
Für die Zusammenfassung:
Tsns Hachanz
Ältester Spieler 2. Mannschaft
